Gernot Tschirwitz

geboren 1944 in Lauban/Schlesien, aufgewachsen in Bamberg/Bayern. Studium am Bayerischen Staatskonservatorium der Musik in Würzburg; 1967 Examen als Kapellmeister. Drei Jahre Solorepetitor bzw. Kapellmeister am Stadttheater Luzern. 1970 bis 2006 Vokalrepetitor an der Hochschule für Musik Würzburg. Konzerte als Komponist, Dirigent, Klaviersolist, Kammermusiker und Liedbegleiter. Umfangreiche Tätigkeit als Privatmusiklehrer. Zahlreiche ehrenamtliche Initiativen, darunter Würzburger Junge Camerata; Kammermusikalische Akademie Bad Kissingen; Kammermusikalische Akademie Nürnberg; Bad Kissinger Klaviertage; Robert-Saar-Wettbewerbe. 2000 bis 2005 Vorsitzender des Tonkünstlerverbands Würzburg. Seit 2006 Konzentration aufs Komponieren. • Ausführlicher siehe Biographie

Anmerkungen zur Gattung Wortfantasie

Seit einigen Jahren setzt sich der Komponist intensiv mit dem Gedanken einer vollkommen textgenerierten Instrumentalmusik auseinander. Dabei werden die Worte nicht als Spielmaterial benutzt, nicht aufgesplittert in Silben, Buchstaben, Geräusche, Klinger und Nichtklinger, beliebig rhythmisiert, gekürzt oder gedehnt. Der Text als Steinbruch für komponierbares Material ist weder Ausgangspunkt noch Ziel. Sondern: der Text bzw. das Gedicht ist Wort für Wort in den Tonsatz eingegossen und in den Noten eingetragen, die musikalischen Wendungen sind „gesungener“ Text, die Noten sind Silben, und der Interpret kommt nicht umhin, diese Linien innerlich mitzusprechen und mit seinem Instrument zu deklamieren. So entstand bisher eine Reihe von Werken, meist mit dem Untertitel Wortfantasie, für Klavier allein, Klavier zu vier Händen, zwei Klaviere, Violine und Klavier, für Kammerensemble bzw. Kammerorchester und ein Violinkonzert: nach Texten aus dem NT sowie von Hermann Hesse und Gedichten von Paul Claudel, Juan Ramon Jiménez, Günter Eich, Hugo von Hofmannsthal, Gustav Renner, Andreas Gryphius, Paul Celan, Ossip Mandelstam, Dylan Thomas, T. S. Eliot und Percy B. Shelley.

Aktuelle Werke

WAS WAHR IST
Fünf Gedichte von Ingeborg Bachmann (1926-1973), vertont für unterschiedliche Besetzungen

Dies ist nicht mein Planet
Doppelgesang in dreizehn Sätzen nach Gedichten von Paul Celan (1920-1970) und Franz Werfel (1890-1945)
für Bassbariton, Gemischten Chor und Orchester
UA nicht vor 2040 – die Rechtsnachfolger des Dichters Paul Celan haben jede Form der Veröffentlichung im Hinblick auf die Kombination mit dem Text eines anderen Autors untersagt

SOME SCATTERED SONGS
on poems by Paul Celan (1920-1970) für Kammerchor und Klavier

The Sunset
Wortfantasie für Klavier allein nach einem Gedicht von Percy B. Shelley (1792-1822)

Tenebrae
für 4- bis 6-stimmigen Gemischten Chor a cappella nach einem Gedicht von Christine Lavant (1915-1973)

Der Gesang der Nachtigallen
Wortfantasie für Violine und Klavier nach einem Gedicht von T. S. Eliot (1888-1965)

NIRGEND EIN ORT
Fünf Miniaturen für Kammerchor und Klavier nach Artikeln
aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen 1948
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ULTIMA SEPTEM VERBA III
Hommage à H.S. nach den Evangelisten Lukas, Matthäus und Johannes
für Streicher, Bläseroktett, Harmonium, Celesta und Klavier

Aktuelle Termine

Würzburg liest ein Buch e.V.
JEHUDA AMICHAI: NICHT VON JETZT, NICHT VON HIER
Musikalische Umrahmung der Buchpräsentation
RUDOLF RAMMING spielt „Ein Meister aus Deutschland“
Wortfantasie für Klavier allein nach dem Gedicht „Todesfuge“ von Paul Celan
Sonntag, 7.5.2017, 11.00 Uhr; Toscanasaal der Würzburger Residenz

KAMMERCHOR CANTAMO KÖLN/VOKALZEIT KÖLN
gefördert vom Landesmusikrat Nordrhein-Westfalen
DANIEL KIRCHMANN, Klavier • VINCENT HEITZER, Leitung
DIE HIMMEL DER ERDE
Auftrags-Vertonungen von Artikeln aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen 1948
von Heiner Bartsch (Köln), Bernhard Blitsch (Meckenheim), Marcus Dahm (Troisdorf), Stefan Esser (Leverkusen), Jenö Hajdu (Salzburg), Hartmut Neubauer (Köln), Magnus Piontek (Dresden), Friedrich Radermacher (Hilden), Martina Schäfer (St. Gallen), Michael Villmow (Köln), Klaus Wallrath (Düsseldorf), Michael Wülker (Brühl) und Gernot Tschirwitz
Samstag, 5.11.2016, 20.00 Uhr; Kunststation St. Peter Köln, Leonhard-Tietz-Str. 6
Sonntag, 13.11.2016, 16.00 Uhr (Ausschnitte); Friedenskirche Leverkusen, Merziger Str. 2-4
Sonntag, 20.11.2016, 16.00 Uhr (Ausschnitte); Basilika St. Aposteln Köln, Neumarkt
Samstag, 10.12.2016, 20.00 Uhr; Johanneskirche Düsseldorf, Martin-Luther-Platz 39
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Studio für Neue Musik im Tonkünstlerverband Würzburg e.V.
in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Würzburg
TRAUM UND UMNACHTUNG
Portraitkonzert Gernot Tschirwitz zum 70. Geburtstag, gefördert von der Stiftung Bayerischer Musikfonds
Montag, 7. April 2014, 20.00 Uhr; Kammermusiksaal der Hochschule für Musik Würzburg
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kleinhenz  schlotter ramming
REGINA J. KLEINHENZ, Sopran; GIGI PFUNDMAIR, Sopran; MICHAELA SCHLOTTER, Klavier; RUDOLF RAMMING, Klavier; SUSANNE KOLB, Klarinette; KLAUS LIEB, Violine; THOMAS STREIT, Sprecher; GERNOT TSCHIRWITZ, Sprecher und Klavier

Verband deutscher Schriftsteller VS in ver.di
STIMMEN GEGEN RECHTS
Montag, 9. Dezember 2013, 19.00 Uhr; Akademie der Künste am Pariser Platz, Berlin
Bundesweite Abschlussveranstaltung mit Vorstellung der Preisträger des Kompositionswettbewerbs „Zwölf unterwegs“ (Johannes Söllner, 1. Preis; Dorothea Ferber, 3. Preis) und Uraufführung ihrer Werke
Das Ensemblestück von Gernot Tschirwitz (2. Preis) soll am 7.4.2014 in Würzburg uraufgeführt werden.
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Evang.-Luth. Kirchengemeinde Obereisenheim in Zusammenarbeit
mit dem Tonkünstlerverband Würzburg e.V. und dem Tonkünstlerverband Bayern e.V.
ES TILGEN FEUERZUNGEN
Komponistenportrait Gernot Tschirwitz
gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Sonntag, 16. Juni 2013, 17.00 Uhr; Evangelische Kirche Obereisenheim
REGINA J. KLEINHENZ, Sopran; GIGI PFUNDMAIR, Sopran; MICHAELA SCHLOTTER, Klavier; RUDOLF RAMMING, Klavier; GERNOT TSCHIRWITZ, Klavier
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